Wenn das Postfach zur Zeitbombe wird: Wie du den Überblick über deine Schulden zurückgewinnst

Eine verschobene Rechnung hier, ein Kauf auf später da: Schulden entstehen oft schleichend. Warum es so leicht ist, den Überblick zu verlieren – und wie du ihn zurückgewinnst.
Delia Bohren
Bild: Karolina Grabowska, Unsplash

Sie sitzt mir gegenüber und sagt, was ich leider immer wieder höre: «Ich weiss ehrlich gesagt gar nicht so genau, wie hoch meine Schulden eigentlich sind.»

Es ist nicht so, dass Laura* nicht rechnen kann oder unvernünftig ist im Gegenteil: Sie hat ihr Leben im Griff! Sie organisiert Familie, Job, Alltag, und trotzdem ist da dieses Thema, das sich irgendwie verselbstständigt hat.

Damit ist sie nicht allein. In der Schweiz sind rund 414’000 Menschen verschuldet, meist ausgelöst durch Ereignisse wie Krankheit, Trennung oder Arbeitslosigkeit. Die meisten Schulden sammeln sich bei Steuern, Krankenkasse und Kreditkarte an.

Am häufigsten machen Menschen im Alter zwischen 18 und 30 Jahren Schulden. Das erstaunt mich nicht, denn Schuldenmachen ist heute einfacher denn je. Wir können 24 Stunden, sieben Tage die Woche, mit einem Klick Einkäufe tätigen, zahlen diese aber erst später. Das fühlt sich oft gar nicht wie Schulden an, sondern wie eine Art Zwischenlösung.

Delia Bohren
«Wir können 24 Stunden, sieben Tage die Woche, mit einem Klick Einkäufe tätigen, zahlen diese aber erst später. Das fühlt sich oft gar nicht wie Schulden an, sondern wie eine Art Zwischenlösung.»

So ging es auch Laura. Da war eine Rechnung, die sie auf später verschoben hat, eine Kreditkartenabrechnung, die sie nicht vollständig beglichen hat, und ein paar Bestellungen, die sie über einen sogenannten Buy-Now-Pay-Later Anbieter laufen liess, weil es im Moment einfach praktischer war. Alles Dinge, die einzeln betrachtet überschaubar wirken und die viele von uns kennen.

Hier lauert jedoch eine grosse Gefahr: Kleinvieh macht Mist. Schulden sind kein persönliches Versagen, aber etwas, das man verstehen muss.

Delia Bohren
«Hier lauert jedoch eine grosse Gefahr: Kleinvieh macht Mist. Schulden sind kein persönliches Versagen, aber etwas, das man verstehen muss.»

Gerade beim Thema Schulden merkt man, dass viele von uns leider wenig Fundament haben. In der Schule erklärte uns kaum jemand, was es konkret bedeutet, Rechnungen aufzuschieben oder Schulden zu machen.

Genau diesen oft unterschätzten Mechanismen widmen wir uns im Online-Coaching zum Thema Schulden: Was kommt rein, was geht raus und was passiert, wenn ich etwas nicht sofort bezahle? Und vielleicht noch wichtiger: Welche Entscheidungen entlasten mich in Zukunft und welche belasten mich? Im Coaching am 16. Juni 2026 ordnen wir die verschiedenen Situationen verständlich ein und es gibt Platz für alle Fragen, die sonst oft unausgesprochen bleiben. Und natürlich ist auch Platz für alle Fragen, die sonst oft unausgesprochen bleiben.

*Name von der Redaktion geändert

Delia Bohren ist unabhängige Finanzexpertin, Primarlehrerin und Praxiscoach an der FHNW. Sie verfügt über umfassendes Fachwissen in den Bereichen Investieren, Vorsorge und Finanzplanung. Als ehemalige Mitarbeiterin bei der Schuldenberatung weiss sie, wie wichtig ein niederschwelliger Zugang zu Finanzwissen ist. Heute setzt sie sich dafür ein, Finanzthemen verständlich und alltagsnah zu vermitteln – mit besonderem Fokus auf finanzielle Selbstbestimmung und Chancengerechtigkeit.

Bild: Ha Vy Nguyen

Free Online Coaching am 16. Juni um 20 Uhr

Raus aus der Schuldenfalle – und gar nicht erst hinein
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Veröffentlicht: 4. Juni 2026